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Gazprom prognostiziert höhere Gaspreise
veröffentlicht: 1.09.2010
Steigt der Bedarf, steigt der Preis – davon geht jedenfalls Gazprom-Chef Alexander Medwedew aus. In einem Interview mit der „Financial Times Deutschland“ wagte er den Blick in die Glaskugel und prognostizierte, dass der Gaspreis bis 2012 wieder das Niveau der Vorkrisenzeit erreichen wird. In Zahlen ausgedrückt, würde das eine Verdoppelung des Gaspreises bedeuten. Kein Wunder, dass Gazprom seine Marktanteile ausbauen möchte. Für Europa werden 30 Prozent angestrebt. In der Bundesrepublik liefert der russische Energieriese bereits knapp ein Drittel des benötigten Gases. Dabei profitiert Gazprom aktuell noch von langfristigen Verträgen, die auf höheren Preisen basieren und an den Ölpreis gekoppelt sind. Ob der freie Gasmarkt, der immer mehr Bedeutung gewinnt, die Preispolitik künftig stärker bestimmt, muss sich zeigen. Großabnehmer wie E.ON verlangen von Gazprom bereits Preisnachlässe – wir berichteten – und haben zu Jahresbeginn flexiblere Verträge ausgehandelt. Die Verbraucher spüren bislang noch nicht viel davon. Denn nachdem der Ölpreis Anfang des Jahres in die Höhe geschnellt ist, wird jetzt mit sechsmonatiger Verzögerung auch das Gas teurer – zumindest bei einigen Versorgern.
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