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Genossenschaft nimmt Gasversorgung selbst in die Hand
veröffentlicht: 18.06.2010
Sogenannte Gaspreis-Rebellen, die mit den örtlichen Gasversorgern im Clinch liegen, gibt es überall in der Bundesrepublik. Sie wehren sich gegen Preiserhöhungen und überteuerte Tarife, indem sie die Rechnung nicht oder nur teilweise begleichen. Die Fälle landen dann in der Regel vor Gericht, wo Gutachter Licht in die Tarifstrukturen bringen sollen und es von einer in die nächste Instanz geht. Da macht die Region Ulm keine Ausnahme. Nur, dass die Gasrebellen sich hier zu einer Genossenschaft zusammengeschlossen haben und die Sache, sprich den Gas- und teils auch den Strompreis, selbst in die Hand nehmen. Energen Süd nennt sich die Genossenschaft, die Anfang 2009 gerade einmal 47 Mitglieder zählte. Zum Ende des vergangenen Jahres waren es bereits rund 800. Aktuell stehen 4.360 Mitglieder in der Liste. Damit ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Der ehrenamtliche Vorstand rechnet bis Dezember 2010 mit doppelt so vielen Mitgliedern, wenn der Aktionsradius erweitert wird. Seit Juli 2009 beliefert die Genossenschaft ihre Mitglieder mit Erdgas, seit Oktober auch mit Strom. Die Umsätze können sich sehen lassen und sorgten dafür, dass vier Teilzeitkräfte eingestellt werden mussten. Dieses Beispiel macht längst Schule. „Auf diesem Feld tut sich jede Menge in Deutschland“, heißt es.
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